Zwei Bratschen, zwei Stimmen, zwei klassisch ausgebildete Musikerinnen, Interpretinnen, Improvisatorinnen und Komponistinnen, die in keinem Genre häuslich werden, sondern bloß deren Lager plündern, und ehe man sie fassen kann, schon auf dem Weg zu neuen Ufern sind. Musikalische Traditionen werden ebenso erforscht wie frisch drauf los erfunden.
Jelena Popržan, seit über einem Jahrzehnt ein fixer Teil der österreichischen Musikszene, gilt als „eine der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Musikerinnen des Landes“ (Ö1). Egal ob in ihren vielen Musikprojekten oder im Theater, fesselt sie das Publikum mit Bühnenpräsenz und Charisma. „Wo immer das Lauschen ansetzt, es strahlt ihm vielgestaltiger Kunstwille entgegen …“ (Der Standard)
Flora Geißelbrechts baut mit ihrem gut bestückten Werkzeugkasten voller experimenteller Spiel-, Präparations- und Gesangstechniken aus sich und ihrer Bratsche ein Meta-Instrument, das in Jazz, Folk und Neuer Musik gleichermaßen so vertraut wie eigenartig wirkt. Durch Klangforschung und Klangmischung bis in alle Feinheiten erreicht sie eine Verschmelzung ihrer Stimme und ihrer Viola zu einer nahtlosen Einheit
Flora und Jelena waren einander bereits Fans und Vorbilder, bevor sie sich kannten. Zum ersten Mal persönlich trafen sie sich im Sommer 2022 bei der „Monday Improviser’s Session“ in Wien, und da sie nur eine Bratsche zum Spielen hatten, machten sie einen kurzen Auftritt mit dieser, ihren zwei Bögen und ihren zwei Stimmen – das Duo ist entstanden.
Beginn: 20 Uhr, geöffnet ab 19 Uhr Eintritt: Freie Spende
Richard Schuberths Liebe zu Lyrik war nie heimlich, aber vielleicht unbekannt. Nun hat der vor allem durch seine Essays und Romane bekannte Autor seine gesammelten Gedichte, Haikus, Balladen, Songs, Moritaten aus vier Jahrzehnten im Drava Verlag als Buch herausgebracht.
An die Öffentlichkeit gelangten Gedichte von ihm durch seine Theaterstücke, Kabarettprogramme, vor allem aber satirische Songs in der Interpretation der Musikerin Jelena Popržan. Somit wird diese im Spitzer einige Songs interpretieren, die Schuberth für sie geschrieben hat.
Jelena Popržan: Seit zwei Jahrzehnten ist die Musikerin und Performerin aus Zrenjanin (Serbien) Vitaminspritze und Powershot der österreichischen Musikszene, eine innovative Klangexperimentatorin, Komponistin und Performerin mit Charisma und Schalk im Nacken.
Richard Schuberth: sprachvirtuoser Widerstandskämpfer in allen literarischen Gattungen (Roman, Lyrik, Essay, Aphorismen, Komödien, Sachbücher, Songs, Drehbuch …), Gründer des Festivals Balkan Fever, mehrfacher Preisträger (u. a. Theodor Kramer Preis für Schreiben im Exil und Widerstand, Elias-Canetti-Stipendium …).
Vernissage: 12. März 2026, 19 Uhr Laufzeit: 13. – 27. März 2026 Geöffnet an Veranstaltungstagen ab 19 Uhr
Einführende Worte: Christoph Bugram Musik: Karin Waldburger
Finissage: 27. März 2026 Konzert von Kasa Majo Collective, ab 20 Uhr
In der Ausstellung „Augenblicke“ stehen der Mensch und seine Gefühle im Mittelpunkt – jene Regungen, die aus scheinbar alltäglichen Situationen entstehen und doch weit über das Gewöhnliche hinausweisen. Die Werke inszenieren diese Empfindungen nicht als bloße Reaktionen, sondern als spielerisch-skurrile Szenen, in denen Ernst und Absurdität miteinander verschmelzen. Das Alltägliche erhält eine unerwartete Tiefe. Die Einzelperson erscheint als Akteur auf einer selbst erschaffenen Bühne – verstrickt in Gedanken, Sehnsüchte und Widersprüche. Zwischen innerer Unruhe und leiser Hoffnung wird jeder Tag zum Abenteuer, zu einem Spiel mit der eigenen Befindlichkeit und den Herausforderungen des Lebens.
Ein besonderer Teil der Ausstellung sind in Usbekistan gefertigte Frottagen historischer Türen. Die Fragmente alter, kunstvoll geschnitzter Holzportale – von der Patina der Zeit gezeichnet und in neuer Farbigkeit interpretiert – erzählen von Übergängen. Türen stehen für Schwellenmomente: zwischen Innen und Außen, Vergangenheit und Gegenwart, Bekanntem und Ungewissem. Sie öffnen Räume – real wie metaphorisch – und laden dazu ein, neue Perspektiven zu betreten.
Die Malerei von Małgorzata Bujnicka gleicht dem Leben selbst: voller Widersprüche, zwischen Realität und Imagination, zwischen dem Grau des Alltags und einer tief leuchtenden Farbpalette. Ihre Bilder sind ein Geflecht aus Beobachtung und innerer Bewegung – Allegorien unseres Daseins. Manche Augenblicke sind so klein, dass wir sie beinahe übersehen: ein Blick, ein Atemzug, ein leises Berühren. Und doch tragen sie ein ganzes Leben in sich. Sie sind nicht planbar, nicht wiederholbar – und gerade deshalb kostbar.
„Augenblicke“ lädt dazu ein, innezuhalten, das Flüchtige zu würdigen und im scheinbar Gewöhnlichen das Wunderbare zu entdecken. Zwischen Tür und Figur, zwischen Vergangenheit und Gegenwart entsteht ein stiller Dialog – ein Moment des Übergangs, in dem sich neue Räume öffnen.