22 - 31 Okt. 2026
Ausstellung

Vernissage: 22.10.26 um 19.00 Uhr
Vortrag: Fr., 30.10. um 20.00 Uhr
Öffnungszeiten: 22.10. - 31.10., Do - Sa ab 18.00 Uhr
Freier Eintritt, Spenden willkommen
„Wäre sie keine Cree gewesen, wäre sie heute noch am Leben“, erklärte der Richter im Verfahren gegen die Mörder von Helen Betty Osborne, die sich erst 16 Jahre nach der Tat für die Ermordung der 19-jährigen Indigenen der Justiz im kanadischen Manitoba stellen mussten. Femizide an indigenen Frauen haben in jüngster Zeit auch bei uns Aufmerksamkeit erfahren, doch in den USA und Kanada bleiben die meisten Opfer von Femiziden in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend unsichtbar – denn es sind indigene Frauen, die brutal ermordetet werden. Im Juni 2019 bezeichnete eine kanadische Untersuchungskommission die Gewalt an indigenen Frauen als „Völkermord“, denn sie sind gezielt Opfer der systemischen Diskriminierung, deren Wurzeln im anhaltenden Kolonialismus begründet sind. Auch Behörden, Polizei und Justizsystem tragen hierfür direkte Verantwortung. Doch weder die Öffentlichkeit noch die Regierungen Kanadas oder der USA unternehmen die notwendigen Schritte, um die Gewalt zu unterbinden und vor allem die systemischen Ursachen zu beseitigen.
Auch ein Jahr nach Veröffentlichung des Untersuchungsberichts „Reclaiming Power and Places“ erfahren indigene Frauen weder Schutz noch Gerechtigkeit. Nur durch die öffentliche Aufmerksamkeit können die Zuständigen in Regierung und Behörden zum Handeln bewegt – und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Dazu will die Ausstellung beitragen.
Monika Seiller, Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V. (AGIM - München)
Organisiert vom Arbeitskreis Indianer Nordamerikas (AKIN - Wien)

